In einem alten Wald in Deutschland gibt es einen sehr besonderen Baum. Dieser Baum ist hoch und groß. Sein Stamm ist so dick, dass mehrere Kinder Hand in Hand daran herumstehen müssen, um ihn zu umarmen. Seine Zweige und Blätter sind dicht, wie ein riesiges grünes Schirmchen. Doch der magischste Aspekt dieses Baums ist, dass er singen kann.
Jeden Morgen, wenn das erste Sonnenlicht in den Wald fällt, beginnt dieser Baum zu singen. Sein Gesang ist klar und angenehm, wie das Singen der Vögel und der Fluss in den Bergen, und der Gesang hallt im Wald wider. Die kleinen Tiere im Wald werden von diesem Gesang angezogen und versammeln sich um diesen Baum.

Das Eichhörnchen springt zwischen den Zweigen hin und her, und sein großer Schwanz schwingt in der Luft wie ein flauschiges Fächer. Das Häschen stellt seine langen Ohren auf und sitzt still auf dem Boden, und in seinen Augen ist voller Neugier und Freude. Die Vögel stehen auf den Zweigen und singen mit dem Gesang des Baums zwitschernweise, als würden sie dem großen Baum zur Begleitung singen.
Dieser singende Baum scheint eine magische Kraft zu haben. Wenn ein krankes kleines Tier unter dem Baum kommt und seinem Gesang hört, scheint die Krankheit erheblich zu mildern. Einmal hat sich der kleine Fuchs versehentlich den Fuß verstaucht und ist hinkend unter den Baum gekommen. Es hat sich neben die Baumwurzel gelegt und dem Gesang des großen Baums zugehört und ist dann langsam eingeschlafen. Als es aufwachte, tat der Fuß nicht mehr so weh.

Nachts fällt die Dunkelheit über den Wald, und es wird ruhig. Aber dieser singende Baum hört nicht auf zu singen. Der Mondschein fällt auf seine Zweige und Blätter, als würde ihm ein silberner Schleier übergeworfen. Die umliegenden Glühwürmchen werden von seinem Gesang angezogen und fliegen mit ihren kleinen Laternen um den Baum herum. Der Gesang des Baums klingt in der Nacht noch leerer und ist wie ein erzählen von alten Geschichten.
Mit der Zeit verbreitet sich die Geschichte dieses singenden Baums immer weiter. Viele kleine Tiere aus anderen Orten kommen aus Neugier, um den Gesang dieses Baums zu hören. Und dieser Baum begrüßt auch immer jeden kommenden Freund herzlich und bringt ihnen mit seinem wunderschönen Gesang Freude und Wärme.
Eines Tages kam ein böser Zauberer in den Wald. Er beneidete diesen Baum, weil er von allen geliebt wurde, und wollte diesen Baum zerstören. Er zauberte, sodass die dunklen Wolken die Sonne verdeckten und der stürmische Wind den Wald heimsuchte, in der Absicht, den Baum zum Aufhören des Singens zu bringen. Aber dieser Baum ließ sich nicht durch die Magie des Zauberers einschüchtern. Stattdessen sang er noch lauter, und sein Gesang drang durch die dunklen Wolken und vertrieb die Dunkelheit. Der stürmische Wind legte sich auch allmählich bei dem Gesang des Baums.

Die kleinen Tiere sahen, dass der Baum so tapfer war, und traten auch ein, um dem Baum zu helfen. Das Eichhörnchen warf die Tannenzapfen auf den Zauberer, das Häschen grub mit seinen kleinen Pfoten Löcher unter den Füßen des Zauberers, und die Vögel pickten mit ihren spitzen Schnäbeln an dem Zauberer. Durch die gemeinsame Anstrengung von allen jagten sie den Zauberer in die Flucht.
Seitdem singt dieser Baum weiter im Wald und ist glücklich. Sein Gesang ist ein ewiges Schönheit im Wald und begleitet die Generationen von kleinen Tieren beim Wachstum.




