In einem kleinen Dorf in Frankreich lebte ein kleines Mädchen namens Lucy. Lucy hatte eine tiefe Liebe für den Regenbogen. Sie fand, der Regenbogen sei das Schönste auf der Welt. In ihrem Zimmer waren überall die von ihr selbst gemalten Regenbogen angebracht, in allen möglichen Farben und Formen. Oft machte sie sich Wünsche zum Himmel, dass sie eines Tages die Regenbogen aus der ganzen Welt sammeln könne.
Eines Tages fand Lucy in der Bibliothek des Dorfes ein altes Buch. In dem Buch wurde erwähnt, dass in fernen Gegenden Regenbogen mit besonderen Formen und Farben existierten. Von diesem Moment an wurde ihr Wunsch, Regenbogen zu sammeln, noch stärker. Sie beschloss, ihre Reise zur Sammlung von Regenbogen zu beginnen.

Lucy nahm ihren kleinen Rucksack mit, in dem Zeichenutensilien, ein Notizbuch zur Aufzeichnung von Regenbogen und etwas Trockenfutter waren. Sie verabschiedete sich von ihrer Familie und machte sich auf eine Reise voller Unbekanntes. Sie ging entlang des kleinen Weges des Dorfes, und die Blumen am Wegesrand schienen ihr Abschied zu wünschen. Die leichte Brise streichelte sanft über ihre Wange, wie die sanfte Hand ihrer Mutter.
Nach langer, langer Zeit kam Lucy ans Meer. Das Meer glitzerte in der Sonne, wie ein riesiges blaues Spiegel. Plötzlich erschien im Himmel ein bogenförmiger Regenbogen. Die Farben dieses Regenbogens waren besonders lebendig. Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo und Violett schienen perfekt angeordnet zu sein.

Lucy war sehr aufgeregt. Sie nahm schnell ihr Notizbuch und ihre Pinsel heraus und wollte diesen Regenbogen malen. Sie setzte sich auf den Strand und zeichnete sorgfältig jede Farbe des Regenbogens und schrieb daneben auch ihre Gefühle beim Anblick des Regenbogens auf. Die Meeresbrise wehte sanft und brachte den Salzgeschmack des Meeres mit. Lucys Haar flatterte im Wind, aber ihre Augen verließen den Regenbogen nie.
Anschließend machte Lucy weiter. Sie ging über Berge und durch dichte Wälder. Die Bäume im Wald waren groß und dicht. Das Sonnenlicht fiel durch die Lücken zwischen den Blättern und bildete goldene Flecken. Im tiefen Wald sah sie einen anderen Regenbogen. Dieser Regenbogen war wie in viele kleine Teile geteilt, und jeder Teil hatte eine andere Farbkombination.

Lucy wurde wieder von der wunderschönen Szene vor ihren Augen tief beeindruckt. Sie näherte sich vorsichtig dem Regenbogen, weil sie Angst hatte, ihn durch einen unachtsamen Zugleich zufahren zu lassen. Sie beobachtete diesen seltsamen Regenbogen genau und malte jedes Detail in ihr Notizbuch. Sie sammelte auch einige Blätter und Blumen aus der Umgebung, um den Duft des Waldregenbogens mitzunehmen.
Lucys Reise ging weiter. Sie ging an viele Orte. Auf den schneebedeckten Bergen sah sie einen Regenbogen, der wie ein Eiskunstwerk glänzend und klar war. Auf der weiten Ebene sah sie einen Regenbogen, der sich mit dem grünen Gras zu einem Ganzen verschmolz.

Überall, wo sie war, empfand Lucy die Schönheit des Regenbogens mit ihrem ganzen Herzen und dokumentierte ihn mit ihren Pinseln. Ihr Notizbuch wurde immer dicker und war voll von all den verschiedenen Regenbogen.
Viele Jahre später kehrte Lucy in ihr Dorf zurück. Sie sortierte die von ihr gesammelten Regenbogenbilder zu einem Album und hielt in ihrem Dorf eine Ausstellung. Die Leute im Dorf waren von ihrem Durchhaltevermögen und diesen wunderschönen Regenbogenbildern tief bewegt. Lucy bewies mit ihrem Handeln, dass man, wenn man entschlossen ist, das Schönste in der Welt sammeln kann.





