Früher, während der Han - Dynastie in China, gab es einen kleinen Jungen namens Kuang Heng. Kuang Heng liebte das Lernen sehr, aber seine Familie war arm und konnte sich nicht einmal Öl zum Anzünden leisten. Jede Nacht war es in seinem Haus dunkel und er konnte nicht lesen.

Kuang Heng war darüber sehr betrübt und sehnte sich danach, auch in der Nacht so lesen zu können wie am Tag. Eines Abends bemerkte er, dass das Licht des Nachbarn durch die Spalte in der Wand hereindrang. Kuang Heng hatte plötzlich eine Idee und dachte sich, wenn er diese Spalte nur ein wenig größer machen könnte, damit mehr Licht durchkäme, dann könnte er doch am Licht lesen?

Also suchte Kuang Heng einen kleinen Meißel und begann vorsichtig an der Stelle der Wand, wo das Licht des Nachbarn hereindrang, zu bohren. Er wusste, dass es nicht richtig war, aber sein Verlangen nach Wissen war so stark. Bei jedem Bohren fürchtete er, entdeckt zu werden von seinem Nachbarn, aber wenn er daran dachte, dass er Licht zum Lesen haben würde, fasste er wieder Mut und bohrte weiter.

Endlich bohrte Kuang Heng ein kleines Loch, und das Licht des Nachbarn drang durch. Obwohl das Licht nicht sehr hell war, war es für Kuang Heng bereits genug. Er holte schnell sein liebstes Buch hervor und las mit großer Gier am schwachen Lichtstrahl. Von da an las Kuang Heng jeden Abend fleißig am Licht, das durch dieses kleine Loch hereinkam.
Der fleißige und wissenshungrige Geist von Kuang Heng, die Schwierigkeiten zu überwinden und hart zu lernen, wurde von den späteren Generationen immer weiter erzählt und hat unzählige Kinder dazu angeregt, die Gelegenheit zum Lernen zu schätzen und sich um Wissen zu bemühen, egal wie schwierig die Bedingungen sind.




