In der Mitte eines weiten amerikanischen Feldes steht ein Strohmann. Dieser Strohmann sieht jeden Tag alles um sich herum und hat einen großen Wunsch in seinem Herzen, nämlich Weisheit zu besitzen. Obwohl er kein Gehirn hat, hindert ihn das nicht daran, nach Weisheit zu lechzen. Er schaut immer auf die Menschen, die auf dem Feld arbeiten. Sie können denken, sprechen und alle möglichen Probleme lösen. Der Strohmann beneidet sie sehr.

Der Strohmann findet, dass der Himmel so weit ist und sicher viele Geheimnisse über Weisheit weiß. Also blickt er jeden Tag zum Himmel empor und hofft, dass der Himmel ihm eine Erleuchtung geben kann. Er murmelt zum Himmel: "Himmel, kannst du mir sagen, wie ich Weisheit erlangen kann? Ich möchte nicht nur ein Strohmann ohne Gehirn sein, ich möchte schlau werden." Aber der Himmel bleibt einfach ruhig da und gibt ihm keine Antwort. Der Strohmann wird nicht entmutigt, denn er weiß, dass die Suche nach Weisheit kein leichtes Unterfangen ist.

Eines Tages landet ein Vogel auf einem Zweig neben dem Strohmann. Der Strohmann sieht, dass der Vogel frei fliegen kann und auch verschiedene Nahrung finden kann. Er denkt, der Vogel muss sehr weise sein. Der Strohmann sagt zum Vogel: "Vogel, kannst du mir sagen, wie ich Weisheit erlangen kann? Ich möchte so schlau wie du werden." Der Vogel neigt den Kopf und schaut den Strohmann an und sagt dann: "Weisheit, ich glaube, man hat Weisheit, wenn man verschiedene Orte besucht. Du kannst versuchen, dich ein wenig zu bewegen." Der Strohmann ist verzweifelt und sagt: "Ich habe keine Füße und kann mich nicht bewegen." Der Vogel überlegt und sagt dann: "Dann kannst du mehr mit den Dingen um dich herum reden. Vielleicht können sie dir etwas sagen." Der Strohmann findet, dass der Vogel Recht hat.

Der Strohmann beginnt, mit den Blumen auf dem Feld zu reden. Er sagt zu einer blühenden Gänseblümchen: "Gänseblümchen, weißt du, wie man Weisheit hat?" Die Gänseblümchen sagt: "Ich glaube, die Sonne und den Regen zu empfinden und sich selbst schöner zu machen, ist meine Weisheit. Du kannst auch deinen eigenen Wert finden, das ist deine Weisheit." Der Strohmann überlegt und fragt sich, was sein Wert ist. Ist es, die Vögel zu verscheuchen, die die Getreidefelder befallen wollen? Aber er findet immer noch, dass es nicht ganz die Weisheit ist, die er sucht.

Die Nacht bricht herein und der Strohmann ist allein auf dem Feld. Ringsum ist es still. Er schaut auf den Mond und die Sterne am Himmel und versenkt sich wieder tief in Gedanken. Er denkt, vielleicht kann man Weisheit nicht auf einmal erlangen, sondern muss ständig danach suchen. Obwohl er kein Gehirn hat, hat er ein Herz, das nach Weisheit lechzt. Er entscheidet sich, dass er, egal wie schwierig es ist, weiter nach Weisheit streben wird.

Eines Tages lässt ein Bauer beim Arbeiten auf dem Feld versehentlich ein Buch am Rand des Feldes liegen. Der Strohmann entdeckt das Buch. Obwohl er die Schriftzeichen nicht lesen kann, glaubt er, dass in diesem Buch viele Weisheit verborgen ist. Er bittet den Vogel, das Buch aufzuschlagen und sieht die seltsamen Zeichen. Der Strohmann ist voller Neugier. Von da an lässt er den Vogel ihm jeden Tag ein wenig aus dem Buch vorlesen. Langsam findet der Strohmann heraus, dass er scheinbar einige Dinge versteht. Er beginnt, die Gesetze der Dinge um ihn herum zu verstehen und kann auch den kleinen Tieren, die sich auf dem Feld verirrt haben, einige Ratschläge geben. Er weiß, dass er einem Schritt näher an die Weisheit gekommen ist.

Mit der Zeit wird der Strohmann immer voller Weisheit. Er ist nicht mehr der Strohmann, der nur dumm auf dem Feld steht. Er kann mit den Bauern die Erfahrungen darüber teilen, wie man die Getreidefelder besser anbaut und kann den kleinen Tieren viele interessante Geschichten erzählen. Seine Weisheit ist wie die Sonne, die auf dieses Feld scheint. Seine Geschichte verbreitet sich auch auf dem Feld und alle wissen nun von diesem Strohmann, der ohne Gehirn, aber nach Weisheit gestrebt hat.





